Berühmte Schricker

Michael Puff

Josef Weiland
* 21. September 1882 
12. Juli 1961
Mundartdichter
Heimatdichter Josef WEILAND (1882 - 1961), der Nestor unter den niederösterreichischen Mundartdichtern, wurde am 21.9.1882 in Schrick als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Schrick absolvierte er das Gymnasium in Kremsmünster. Nach seiner Schulausbildung ergriff er den Beruf eines Versicherungsmathematikers und war als Versicherungsfachmann in Triest und Wien beschäftigt. Ab 1920 wohnte J. Weiland mit seiner Familie in seinem Domizil in Wien-Stammersdorf. Am 12.7.1961 verschied er in seinem Haus und fand seine letzte Ruhestätte im Ortsfriedhof in Stammersdorf.

1952 wurde Josef Weiland Ehrenbürger von Schrick, und 1959 wurde am Geburtshaus des Dichters (Josef Weiland-Straße 24) eine Gedenktafel enthüllt. Als Zeichen der Wertschätzung seiner Dichtkunst erhielt Josef Weiland 1960 die Ehrenplakette des Landes Niederösterreich verliehen.

Weiland ist einer der bekanntesten NÖ Mundartdichter. Sein großer Verdienst war es, die klangvolle "Ul" Mundart des Weinviertlers als Dichtersprache entdeckt und salonfähig gemacht zu haben. In Fachkreisen wird Josef Weiland zu den bedeutendsten "Ul" - Reimschmieden des deutschen Sprachraumes gezählt. Seine in Druck erschienenen Werke tragen die Titel: "s´ Hauerrastl", "Mei dritt´s Lesen", "Liada, Lehrn und Allerhand", "Aus der Weingegend" und "Hirigst in mein Weinbiri". 1982 erschien sein letztes Werk "Letzt´s Lesn".

Seine Liebe und Treue zur Heimat spricht aus allen seinen Gedichten, die er niederschrieb. Ganz besonders aber zeigt seine Heimatliebe das Gedicht "Wo is d´Hoamat?", welches nach dem 2. Weltkrieg entstanden ist:

Und wur(d) unser Landl z´tretn

unter Millionen Tritt

I bi(n) angschmied´t an da Kedn

Und valoß mein Hoamat nit!

Am 25./26. September 1982 beging man die Feier des 100. Geburtstages von Josef Weiland mit einem Festakt vor dem Geburtshaus Nr. 89 (heute Josef Weilandstrasse 24), einer Ausstellung sowie einem Sonderpostamt.

Als größtes Erbgut betrachten wir Schricker neben den vielen schönen Gedichten über unseren Ort den Text des Schrickers Heimatliedes, welchen uns der große Verseschreiber hinterließ: "Laßt´s eng blicka, liabi Schricker ..."

Die Melodie ist von Franz Schmitzer, (1922 - 1962), dem Sohn unseres Volksschuldirektors Hans Schmitzer, der durch Jahrzehnte an der Volksschule in Schrick gewirkt hat. Professor Franz Schmitzer studierte an der Musikhochschule und wurde später Leiter des Konservatoriums der Stadt Wien.

Gedichte:

Download: A sunniger Ta(g)
Download: Ende gut, alles gut
Download: D`Jagd wird pacht`t!
Download: Das Auge des Gesetzes


Anton Stöckl
* 10. Mai 1829
21. Februar 1885 
Komponist
Anton Stöckl war ein Sohn des NÖ Weinviertels. Er wurde am 10. Mai 1829 in Ulrichskirchen als Sohn einfacher Bauersleute geboren und nahm als Oberlehrer in Schrick am 21. Feber 1885 Abschied von dieser Welt.

Die fruchtbarste Zeit seines Schaffens verbrachte er aber in Martinsdorf, weshalb er in die Reihe der Großen des Bezirkes Gänserndorf aufgenommen wurde.

Erst siebzehnjährig, verließ Stöckl Ende Juli 1846 den Lehrerbildungskurs an der k.k. Kreishauptschule zu Korneuburg als "Schulgehilfe" und wirkte als Landschulmeister u.a. in Matzen, Gaunersdorf (Gaweinstal) und Martinsdorf (1855 - 1873), zuletzt als Oberlehrer bis zu seinem Tode in Schrick.

Näheres über seinen Bildungsgang als Musiker ist leider nicht feststellbar. Fachexperten sind der Meinung, daß möglicherweise der bekannte Johann Gänsbacher, Domkapellmeister zu St. Stephan, sein Kompositionslehrer gewesen sein mag, dessen Werken der kirchenmusikalische Stil Stöckls am meisten verwandt ist.

In seinen meist kirchlichen Werken steht Anton Stöckl ganz auf dem Boden der alten Wiener Klassik, besonders Haydn und Mozart waren seine erhabenen Vorbilder. Eine glückliche Erfindungsgabe für dankbare Melodien und Harmonien, sowie reiche Kontrapunktik erheben seine Werke weit über die üblichen Landmessen, trotzdem sind diese aber heimat- und volksverbunden.

Seine Begabung war ihm ein Gnadengeschenk des Himmels, das ihn verpflichtete, "ad majorem Dei gloriam" zu wirken, ihm war die Kirchenmusik zugleich Gottesdienst. In diesem Sinne war er ein wahrer "Musikant Gottes".

Stöckl besaß die seltene Begabung, Fugen aus dem Stegreif zu spielen, die Fugen und Doppelfugen in seinen großen Messen bezeugen aber sein hohes Wissen um die Kontrapunktion.

Trotz der vielen Verpflichtungen als Schullehrer, Regenschori, Küster und Gemeindeschreiber brachte Stöckl dank seinem rastlosen Fleiß eine schier unglaublich reiche schöpferische Ernte ein.

Dutzende von Orchestermessen, damals beliebte Litaneien, Requiems, Proprien, aber auch weltliche Musik, wie kleine Symphonien, Kammermusik und Tanzmusik zählen zu seinem Lebenswerk. Leider ist vieles davon verschollen! Das älteste erhaltene Werk ist ein "Salve Regina" aus dem Jahre 1845, das letzte aus dem Jahr 1885 trägt den Titel "In te speravi Domine" (für Solosopran und Solovioline).

Nebenbei sei erwähnt, daß sich Stöckls Manuskripte durch eine besonders schöne Notenschrift auszeichnen.

Am berühmtesten von seinen Messen wurde seine große Benedictions-Festmesse in C, op. 163, die er im Sommer 1865 zu Martinsdorf komponierte und die am 19. Oktober anläßlich der feierlichen Benediction der erweiterten Martinsdorfer Kirche uraufgeführt wurde.

Im Spätwinter 1866 entstand ebenfalls in Martinsdorf die liebenswerte Festmesse in A in der unglaublich kurzen Zeit von nur fünf Wochen. Dieses Werk erlebte eine glanzvolle Auferstehung im Dezember 1960 in der Mariahilfer Kirche zu Wien im Rahmen ihrer 300-Jahrfeier.

Das größte Verdienst um die Wiederaufführung von Stöckl-Messen erwarb sich der Kirchenchor der Pfarre Gumpendorf, wo mustergültige Aufführungen von Kunstkräften der Volksoper im Verein mit den Wiener Symphonikern gestaltet werden.

Die Gemeinde Schrick gedachte zum 125. Geburtstag am 9. Mai 1954 ihres großen Sohnes und enthüllte beim alten Schulhaus (Anton Stöckl-Gasse 2) eine Gedenktafel. Schuldirektor i.R. Hans Kraft (ein Verwandter von Stöckl) aus Wien entwarf bei seiner Festrede ein getreues Bild dieses pflichtbewußten Menschen. In der Schulchronik wird berichtet, daß mit Stöckl einer der Besten von hinnen geschieden ist.

An dieser Feier nahmen auch noch ehemalige Schüler von Stöckl teil (Rathbauer Karl etc.).

Mögen in Zukunft Stöckls Werke immer mehr der Vergessenheit entrissen werden!

Literatur:

Zeugnis "Für die Schul-Kandidaten der k.k. Kreishauptschule zu Korneuburg v. 26. July 1846"; Ein handgeschriebenes "Gedenkbuch der Schule Martinsdorf von 1855 - 1865", verfaßt von Anton Stöckl; Dr. Josef Gurtner: "Die kath. Kirchenmusik Österreichs im Lichte der Zahlen"; Festschrift zur Markterhebung von Martinsdorf, 1957; Mistelbacher-Laaer Zeitung vom 17. Jänner 1953 (Artikel von Prof. Schmitzer "Eine vergessene Stimme des Weinlandes"); Kirchenblätter, u.a. "Der Mariahilfer Pfarrbote zur 300-Jahrfeier", 1960.

HD i.R.Hans Kraft

Abschrift aus "Heimat bist du großer Söhne", Gedenkbuch des Bezirkes Gänserndorf, Selbstverlag der BH Gänserndorf, 1963


Michael Puff 
* ca. 1400
1473
Arzt
Der meist gelesene medizinische Autor der früheren Wiener medizinischen Schule wurde Michael Puff aus Schrick.

Sein Werk "Das Buch von den ausgebrannten Wassern" ist in seiner ersten Fassung erstmals 1455 aufgezeichnet worden. Medizinische Druckschriften gab es seit 1470. Somit kann Michael Puffs Werk, das in der zweiten Fassung 1474 das erste Mal gedruckt wurde und 30 Auflagen erreichte, als eine der ältesten medizinischen Druckschriften bezeichnet werden.

Die Geburtsdaten Michael Puffs sind nicht bekannt, doch kann angenommen werden, daß er knapp vor 1400 in Schrick geboren wurde, denn er las 1423 als Magister Artium, was soviel wie Doktor der Philosophie bedeutete, an der Wiener Universität über lateinische Grammatik und die Philosophie des Aristoteles.

Erst 1429 bis 1433 studierte er Heilkunde und wurde Doktor der Medizin ("lerer der ercznei"). 1435 wurde Michael Puff das erste Mal Dekan der medizinischen Fakultät und übte es bis 1470 elfmal aus.

1438 wandte er sich an den Bürgermeister der Stadt Wien, daß dieser gegen die Kurpfuscher schärfer vorgehe. Es wurde aber nichts unternommen.

Seit 1442 hielt Michael Puff seine Vorlesungen im Hof des Heiligengeistspitals und sezierte auch Leichen. Michael Puff war mit der Schwester des Wiener Bürgermeisters Wolfgang Holzer verheiratet, der ein Parteigänger des Erzherzog Albrecht VI. (Bruder Kaiser Friedrich III.) war. Holzer wandte sich aber vom Erzherzog ab, der ihn festnehmen und vierteilen ließ. Michael Puff blieb ein Anhänger Friedrich III.

Als aber Erzherzog Albrecht an das Krankenbett gefesselt war, trat der sonst bescheidene Michael Puff in das Blickfeld der politischen Ereignisse. Er wurde an das Krankenbett des Erzherzogs geholt, konnte ihn aber nicht mehr heilen. Es ging das Gerücht umher, Puff habe den Erzherzog vergiftet, der aber wahrscheinlich 1463 an Beulenpest starb.

Daß die Anschuldigungen gegen Michael Puff haltlos waren, kann am besten aus dem Verhalten Kaiser Friedrich III. ersehen werden, der ihn 1465 zum Burgarzt machte. Es wäre absurd, anzunehmen, daß sich der Kaiser einen Giftmischer als Hofarzt genommen hätte.

Michael Puffs Todestag war der 12. Februar 1473. Er wurde zu St. Stephan gegenüber der Kanzel bei der Evangelienseite des. St. Veitsaltares bestattet.

Folgende Werke Michael Puffs sind erwähnenswert:

Am 10. Jänner 1458 hielt er eine lateinische Promotionsrede im Stephansdom, die medizinischen Promotionen fanden damals nämlich im Stephansdom statt. Diese Rede zur Promotion des Sohnes des Stadtschreibers, des jungen Doktors der Medizin Gaspar Griessenpeck, ist in einer Münchner Handschrift überliefert.

Weiters das bereits erwähnte Werk: "Das Buch von den ausgebrannten Wassern". Es handelt von den destillierten Wässern, die man aus rund 80 Pflanzen gewinnen kann. Die Verwendungsmöglichkeiten waren nach Körperteilen und Krankheiten geordnet. Das Buch war in der Volkssprache - in mittelhochdeutscher Sprache -verfaßt.

Nachdem Michael Puff die Auswirkungen der Destillate der Säfte und Auszüge verschiedener Kräuter und Pflanzen beschrieben hatte, wandte er sich abschließend dem Branntwein zu und nannte die vielen günstigen, ja geradezu wunderbaren Auswirkungen des Branntweines auf den Körper des Menschen:

Der geprannt wein ist gut für das gicht darmit bstrichen. Weer hayser sei, der bestrich sich mit gepranntem wein um den halß und trinke in drey morgen nüchter.

Auch wer alle morgen trinkt den geprannten wein ain halben löffen vol, der wirt nymmer kranck.
Item wann ains sterben sol, so gieß man ym ain wenig geprannts wein in den mund; es wird reden vor seinem tod.

Wer sein houbt damit zwahet, der ist alwey schön und lang iung; und macht güte gedechtnus, wann geprannter wein stercket dem menschen seyne synn und witz. Wer sein antlitz damit zwahet, der grawet nit; und wenn der atem stinckt, der bestreich sich damit und trink ain wenig mit anderm wein, so wirt ym süsser atem.

Auch wer wassersichtig sey & trink geprannten wein und streich in umb den bauch, wenn eer auß dem bad will geen bey ainem feure, so wirt ym baß.


Handschriften - sehr verbreitet - geben Ratschläge für Herzkranke (München), Pestrezepte (Melk), diätische Anweisungen (Heiligenkreuz).

Für seinen edlen Charakter spricht vor allem die "Medicina Paupe", die Sammlung der Hausmittel für ärmere Leute (Hohenfurt in Böhmen). Man erkennt die Beliebtheit dieses Arztes!

Das schönste Denkmal hat Martin Steinpeis unserem Michael Puff 1517 gesetzt, als er in seiner Anweisung, wie man Medizin studieren und lehren soll, folgende Forderung aufstellte: Der Arzt soll fromm sein, er ist ein Diener der Natur, er soll mildtätig sein nach dem edlen Beispiel der Vorfahren, so des Michael Schrick (wie Puff sich gern nannte, Anm.d.Verf.), dessen Ruf auch jetzt noch nicht erloschen ist.

1909 wurde die Schrickgasse (Kagran), nach Michael Puff benannt. Die Gasse hieß zuvor Diepoldgasse.
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